Bunkeranlagen


Die Bezeichnung Bunker bezieht sich auf Bauwerke, die Menschen oder Material vor direkter Einwirkung von Waffen oder andrer Gefahrstoffe schützen soll, oder deren Auswirkungen Eindämmen.


Unterscheiden kann man grundsätzlich zwischen militärischen Bunkeranlagen, oder Bunker ziviler Nutzung. Militärische Bunkeranlagen dienen dem Zweck, die eigenen Stellungen zu festigen und somit den Angriff des Gegners zu erschweren. Dabei können sie als reine Verteidigungsanlagen mit oder ohne entsprechende Bewaffnung, oder als Schutz für Material und Waffen fungieren. Des Weiteren gibt es noch verbunkerte Kommando- oder Kommunikationszentralen, die als Bindeglied anderer militärischer Einrichtungen dienen. Zivile Bunker dienen dem Schutz der Bevölkerung und haben in Friedenszeiten stellenweise eine Nutzung als Tiefgarage oder ähnlichem.

Kampfblock Ligne MaginotBunker sind überwiegend aus Stahlbeton gebaut und oft zusätzlich mit Erdreich überdeckt. Es gibt aber auch besonders im Alpinen Bereich viele Bunkeranlagen die in den natürlichen Fels getrieben wurden.


Der Bunkerbau entstand prinzipiell aus dem Festungsbau des 18. und 19.Jahrhunderts. Die ersten Bunkerbauwerke wurden aus massiven Steinen errichtet, die zu meterdicken Wänden verbaut wurden und somit den nötigen Schutz boten. Durch die Weiterentwicklung von Geschütz- und Feuerwaffen und auch mit Beginn der Luftangriffe, wurden immer robustere Materialien und Bauweisen benötigt und mit der Entwicklung des Stahlbetons konnten die Wände von Bunkeranlagen effektiver konstruiert werden, mit einer gleichbleibenden Schutzwirkung. Dies wurde in den Folgejahren mittels ständiger Forschung kontinuierlich verbessert und weiter entwickelt! Zeugen aus dieser Zeit findet man heute noch vielerorts, wo die Bausubstanz so stabil war, dass selbst Sprengen dieser Relikte fast unmöglich war.


Eine weitere grundlegende Unterscheidung von Bunkertypen ist die Unterteilung in Hochbunker oder Tiefbunker. Hierbei wurden Hochbunker meist im städtischen Raum gebaut, da dies keinen Eingriff in die bestehende Infrastruktur (Wasser, Abwasser usw.) bedeutet. Tiefbunker hingegen wurden bei passender geografischer Lage und überwiegend im ländlichen Bereich gebaut. Bekannteste Hochbunkeranlagen sind die Flaktürme von Berlin, Hamburg, Wien oder die U-Boot-Bunker von Lorient, La Rochelle oder St. Nazaire in Frankreich, sowie der Bunker Valentin bei Bremen.

Verbindungsgalerie Ligne MaginotTiefbunker wurden überwiegend zwischen dem ersten und zweiten Weltkrieg errichtet, wo man versuchte durch einzelne oder miteinander verbundene Bunkeranlagen ganze Grenzabschnitte zu sichern. Beispiele dafür sind der Ostwall an Oder und Warte, der Westwall entlang der deutsch-französischen und deutsch-belgischen Grenze, so wie die Ligne Maginot auf französischer Seite, die sich vom Norden Frankreichs entlang der Grenze, bis hinunter in den Mittelmeer Raum zieht.


Viele Luftschutzbunker wurden im Laufe des Zweiten Weltkriegs gebaut. Hier wurden sowohl Hoch- als auch Tiefbunker errichtet. Eine spezielle Bauform für Hochbunker sind die sogenannten Winkeltürme, benannt nach ihrem Erfinder Leo Winkel.


Durch das Wettrüsten und die Stationierung von Kernwaffen nach Ende des Zweiten Weltkrieges stiegen die Anforderungen an verbunkterte Schutzbauten erheblich! Aus diesem Grund wurden viele Bunkeranlagen entsprechend modernisiert und umgebaut, um dieser neuen Bedrohung standhalten zu können. Es mussten Filteranlagen implementiert werden, die nicht nur vor chemischen Waffen schützten, sondern auch gegen Radioaktivität Schutz bieten konnten. Diese unterirdischen Bunkeranlagen wurden meist mit einer "Hülle" umgeben, die bei einer atomaren Detonation als äußerer Schutzraum für die inneren Anlagen, Kommandostände und Unterkunftsbereiche fungierte. Diese modernen Bunker sollten den Schutz von Regierungen, als auch dem teilweisen Schutz der Zivilbevölkerung sicherstellen. Durch die Bauart konnte das Überleben für einen definierten Zeitraum von meist 2 - 3 Wochen sichergestellt werden.

Filteranlage Ligne MaginotMunitionslager in einem Maginotbunker
 

Heute weis man, dass diese ganzen Annahmen nichts mit der Realität gemein hatten, die nach einer atomaren Kriegsführung geherrscht hätten. Durch Strahlung und Fallout wäre das Überleben ohne entsprechenden Schutz auch nach Monaten nicht möglich gewesen.


Bunkerbauten werden auch für rein zivile Anwendungen genutzt, z.B. bei Sprengversuchen, als Kontrollbunker beim Start von Raketen, oder als Ausführungsort für technische Versuche mit hoher Detonationswirkung, sowie beim Test von Turbinen oder schnelldrehender Teile als sogenannte Schleuderbunker zum Schutz der Umgebung.

 

Bunker

Flickr-Album Bunker